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Was tun bei Schwindel

Schwindel beeinträchtigt die Lebensqualität der Betroffenen stark. Patienten leiden häufig zusätzlich an Übelkeit, Sehstörungen und Ohrgeräuschen. Was tun bei Schwindel?

Schwindel und Kopfschmerzen

Alles dreht sich: Schwindel

Schwindel, in der medizinischen Fachsprache auch Vertigo genannt, beeinträchtigt das Leben der Betroffenen stark. Schwindel ist gar nicht selten: Circa 20% aller Patienten, die eine Hausarztpraxis aufsuchen, klagen über Schwindel. Bei über 65-jährigen sind es sogar fast 40%.

 

Schwindel ist nicht gleich Schwindel. Je nach Ursache können verschiedene Schwindelformen, beziehungsweise Symptom- und Funktionsgruppen unterschieden werden:

  • Gleichgewichtsstörungen: Betrifft die Kontrolle des Körpers im Raum.

  • Lagerungsschwindel: Drehschwindelattacken bei Lageveränderungen.

  • Visuelles System: Sehstörungen mindern die räumliche Orientierung, sowie Gang- und Standsicherheit.

  • Vestibuläre Dysfunktion: Innenohr-, Nerven- und Kleinhirnfunktion als Problemauslöser.

  • Somatosensorische Defizite: Verminderte Rückmeldung der Lage- und Bewegungsrezeptoren beziehungsweise des visuellen oder vestibulären Systems an das Gehirn.

  • Zervikogener Schwindel: Die Halswirbelsäule gilt als Auslöser.

  • Herz-Kreislaufsystem: Bei Lagewechsel (z.B. vom Liegen in den Stand) sinkt der Blutdruck ab und führt zu Minderversorgung wichtiger Hirnareale.

  • Emotionelle Beteiligung: Psychische Störungen, Angstverhalten und Unwohlsein können alleinige Ursache sein oder in Kombination auftreten. Ein häufiger, auslösender Faktor ist Stress.

  • Multifaktorieller/chronischer Schwindel: Vor allem bei älteren Patienten hat der Schwindel oft verschiedene Ursachen.

Bestimmte Krankheiten und Auslöser können Schwindel verursachen oder verstärken.

Beispiele hierfür sind:

  • Passive Bewegung (z.B. Transporte mit Auto oder Schiff)

  • Medikamente

  • Verletzungen der Halswirbelsäule oder des Kopfes, z.B. Schleudertrauma

  • Blutdruckschwankungen oder Herzrhythmusstörungen

  • Schlaganfall und kleinere Hirnblutungen

  • Diabetes Mellitus

  • Psychische Erkrankungen

  • Migräne

  • Abnahme der Sehkraft (häufig 40- bis 50-jährige Patienten)

 

Wie hilft Physiotherapie bei Schwindel?

Am Anfang der Therapie wird eine genaue Befragung mit einer anschliessenden Untersuchung durchgeführt. Fragebögen und spezielle Tests helfen den Erfolg der Therapie möglichst objektiv zu beurteilen. Ein häufig verwendeter Fragebogen ist der DHI (Dizziness Handicap Inventory). Er erfasst Symptome und Behinderungen im Alltag bei Schwindel und Gleichgewichtsproblemen.

Neben den Symptomen und individuellen Beschwerden spielen vor allem die eingeschränkten Aktivitäten eine grosse Rolle. Die anfängliche Untersuchung stellt den wichtigsten Teil der Therapie dar, denn je nach Schwindelform wird die Behandlung individuell festgelegt.

Bei Gleichgewichtsstörungen kommt zum Beispiel spezifisches Gleichgewichtstraining zum Einsatz, bei Lagerungsschwindel wendet der Therapeut sogenannte Lagerungsmanöver an. Ist die Halswirbelsäule Problemauslöser, so können beispielsweise aktive Stabilisationsübungen oder manuelle Therapie helfen.

Ihre Geduld und aktive Mithilfe ist gefragt! Da Schwindel ein sehr komplexes Problem ist, braucht es oft mehrere Behandlungen und viel Zeit. Mit gezielten Alltagsstrategien können die Symptome aber schon anfangs deutlich gelindert werden. Grundsätzlich ist die Aussicht auf Heilung gut. Besonders bewegungs- und lagerungsabhängiger Schwindel ist mit Physiotherapie gut behandelbar. Studien zeigen, dass durch Physiotherapie eine deutliche Verbesserung der Symptome und der Lebensqualität erreicht wird. Die Prognose hängt von der aktiven Mithilfe des Patienten, auch ausserhalb der Therapiezeiten, ab.

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